Neue Studienfächer mit Schwerpunkt Biomaterialien

Während früher die Biomechanik einen Teil der Biomechanik und der Bionik darstellte, ist sie heute ein eigenständiges Studienfach und wird auch in der Wirtschaft als eigenständig angesehen. So gibt es einen eigenen Studiengang der „Biomaterials Science“ an der Hochschule Rhein-Waal. In 7 Semestern wird der „Bachelor of Science, B.Sc.“ verliehen. Das Studium ist sehr praxisorientiert und findet komplett auf Englisch statt.

Hier wird Biomaterial allerdings ein wenig anders verstanden. Im Gegensatz zur allgemeinen Ansicht von Biomaterial wird der Werkstoff Erdöl ausgeklammert und zukunftsorientiert mit pflanzlichen und tierischen Rohstoffen gearbeitet. Es handelt sich damit um eine Ausbildung in Materialkunde und nicht um einen reinen Studiengang zu Biomaterial, welches in der Medizin verwandt wird. Damit ist der menschliche Körper kein Schwerpunkt in dieser Ausbildung. Die biologischen Materialien werden eher in der allgemeinen Industrie verwendet.

Der Umgang mit Biomaterialien und die Forschung setzen eine medizinische oder biologische Vorbildung voraus. In späteren Jahren können Fortbildungen bei Unternehmen, welche sich mit Biomaterial beschäftigen hilfreich sein. Hierzu gehört z.B. das Unternehmen “Geistlich Biomaterials Vertriebsgesellschaft mbH”, welches Kurse zu den von ihnen hergestellten Biomaterialien anbietet.

Neue Hornhaut durch Bioforschung

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Besonders in der Forschung am Auge und der Hornhaut ist die Erkenntnis im Punkt Biomaterial weit fortgeschritten. So gibt es nicht nur zahlreiche Versuche zu Biomaterialien, die zu einer kurzzeitigen Verbesserung der Sehschärfe beitragen, wie Kontaktlinsen, sondern es wird versucht, ganze Hornhäute aus Biomaterial herzustellen. Synthetische Implantate, die eine Hornhaut komplett ersetzen können, nach einer Ablösung, einer Verletzung oder Infektion sind das erklärte Ziel. Forschern in Schweden ist kürzlich ein Durchbruch gelungen. Synthetisches Kollagengewebe soll in Verbindung mit Bio-Klebstoff in Zukunft die menschliche Hornhaut teilweise oder gar vollständig ersetzten können und das Licht genauso gut brechen wie die menschliche Hornhaut, die heutzutage meistens als Implantat genutzt wird.

Die künstliche Hornhaut hat demgegenüber jedoch einige Vorteile, nicht nur, dass die Betroffenen nicht ewig auf eine Spende warten müssen, sondern auch das Infektionsrisiko mit Krankheiten vom Spender, würde entfallen. Außerdem ist die künstliche Hornhaut auch in Sachen der Immunsystemunterdrückung vorzuziehen, das heißt, sogenannte Immunsuppressiva müssen nicht vom Empfänger der synthetischen Hornhäute eingenommen werden, weil der Körper keine Abwehr gegen die Implantate auffährt. Die Forschungsergebnisse sind positiv. Bei den Testpersonen wurde die synthetische Hornhaut vom Körper häufig integriert. Lediglich bei manchen erreichte die Sehschärfe nicht das Maximum und konnte jedoch durch Kontaktlinsen ergänzt werden.

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